Fünfter Reisetag mit unserer neuen ‚Jacob‘ von den Niederlanden nach Brandenburg an der Havel

Wir hatten die ‚Jacob‘ gestern im Dunkeln an einem Fahrgastanleger festmachen müssen. Die Einfahrten der beiden Sportboothäfen waren mit Sperrbalken völlig dicht und zu gemacht. Sicher ist wohl sicher.

Dafür konnten wir nur 50 Meter von unserem Anleger entfernt in ein griechisches Restaurant einkehren und den Abend ausklingen lassen.

Aber jetzt gehts weiter nach Hannover tanken. Vorher muss Uwe, natürlich schon während der Fahrt, die Scheiben von innen und außen frei kratzen. Wir werden mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt. Und zu unserer großen Überraschung kam uns gerade das erste Sportboot auf dem Mittellandkanal entgegen. Wir sind also doch nicht die einzigen ‚Verrückten‘

Der Tag – die Zusammenfassung: Wir fuhren in Minden ganze 13 Meter über der Weser im Mittellandkanal mit unser ‚Jacob‘ und schafften es bis um 15:35 Uhr an die Tankstelle vor Hannover bei km 149,25 Seelze Lohnde – Tankstop: 250 Liter Diesel in 12 Minuten und weiter ging’s.

Zur großen Schleuse Anderten, Huphöhe 15 Meter bei km 173. Wir hatten großes Glück und konnten gleich in die Schleuse Anderten einfahren. Eine Riesenschleuse für uns ganz alleine, ist schon ein mulmiges Gefühl in so einem riesen Kasten. Aber der Schleusenwärter hat uns ziemlich schnell die 15 Meter hochgeschoben und wieder rausgelassen.

Heute war unser längster Ritt mit 141 km bis Peine, um 20:30 Uhr waren wir halb angefroren und genossen dann unser schönes und vor allem warmes neus Hausboot.

Vierter Reisetag – Schleusen, Schleusen, Schleusen

Abendliche Impressionen: Dank der vorausfahrenden HARUDHA (das Schiff kann man googeln) hatten wir es gestern bis Lingen geschafft und gönnten uns nach 14 Stunden Fahrt ein anständiges Gläschen.

Die Nacht von Donnerstag zu Freitag haben wir im „Hotel am Wasserfall“ übernachtet. Den Wasserfall haben wir allerdings nur noch gehört, leider nicht mehr gesehen: um 22:20 Uhr gab es aber noch ein Feierabendbier an der Bar in dem 4-Sterne-Hotel und dann Nachtruhe, denn

… heute war schon um 7:00 Uhr wecken. Uwe studiert übrigens morgens als erstes immer die Karte, um den Überblick über den Reistag zu haben.

Es herrscht reger Schifftsverkehr auf dem Dortmund-Emskanal und es sind noch 6 Schleusen bis zum Nassen Dreieck. Die Schiffe wurden hier offensichtlich nach den Schleusen gebaut. 9.60m breit und 86 m lang, und wie man auf den Bildern sieht, kann die Schleuse mit nur 9.80m bis max 10m nicht viel breiter sein.

Und jetzt mal eine ganz andere Frage: Wer denkt sich eigentlich Schiffsnamen aus? Hier nur von heute mal einige Kostproben: Ina, Josefin, Cordula, Dragi, Eddersee, Desiderio,Damiano, Jurbri, Lydia, Aviso, Ursula,Tinaco, Sussane, Recaro, Liejo aus Dintelord,Commeare und soooo weiter …

Wir passierten am Nachmittag die letzte Schleuse am Nassen Dreieck und haben endlich freie Fahrt. Wir trauen kaum unseren Augen, direkt vor uns fährt die HARUDHA aus Richtung Dortmund kommend in den Mittellandkanal ein. Wir richten uns auf eine lange Nacht ein und hoffen das unser Diesel bis Hannover reicht.

Nachtrag Tag 4 – Wir hatten es gestern bis Bad Essen geschafft: 96 km – 20:00 Uhr der Tank der ‚Jacob‘ war fast leer und keine Tankstelle in Sichtweite. Die nächstgelegene Tanke befand sich in rund 800 Metern und großes Glück, es gab sogar Kanister, wenn auch leider nur kleine. Der Chef war so lieb und hat uns dann mit seinem Pickup zum Kai gefahren.

Dritter Reisetag – Richtung Ems Kanal

… morgens: wir verlassen Leer in Ostfriesland. Niemand hatte uns gestern Abend mehr in die Schleuse rein gelassen, das Tor war zu, wir lagen vor der Schleuse ohne Strom. Auch in Weener ist schon seit Oktober Schluss und in Papenburg, wo es zur Meyerwerft geht, ist ab 18:00 Uhr Feierabend.

Die Gezeiten spielen heute gut mit. Wir haben ab 9:00 Uhr Flut und brauchen nicht dagegen anfahren. Aber das Wasser ist auch weg, so das wir teilweise nur noch 0,90 Meter unterm Kiel haben. Ansonsten ist es um diese Jahreszeit etwas trostlos bei den Ostfriesen ;-)

… nachmittags ging es heute endlich in Richtung Dortmund Ems Kanal und an der Schleuse Herbrum war und ist die Gezeitengenze. Ab hier gibt es auch wieder ruhiges Fahrwasser. ‚Unser Gänsebraten‘ stand hier leider nur an Land rum und schaute glücklich zu uns rüber.
In Schleuse Düthe hat Uwe unsere Nachtfahrt klar gemacht: vor uns im Binnenschiff steht eine Frau am Steuer ihren Mann und gibt ziemlich Gas und wohnt normalerweise am Dollart …

Erster Tag der Reise – Dienstag, 29.11.2016

… 6:10 Uhr aufgestanden. Jan kam von der Werft, um noch letzte Feinschliffe an der Yacht vorzunehmen. Um 8:30 Uhr fuhren wir bei Eis aus dem Hafen. Knapp 15 Minuten später standen wir im Nebel, hatten keine Sicht. Wir retteten uns und das neue Hausboot neben die Fahrrinne und ankerten erst einmal sicher, nachdem wir nur knapp zwei Schubschiffen ausweichen konnten. Abwarten und Teetrinken.

Um 9:50 Uhr ging es endlich los. Die Sonne kam raus und es wurde sogar ein wenig warm. Es waren an diesem Morgen sehr viele Frachtschiffe unterwegs. Eines davon hatten wir uns ausgeschaut und fuhren dem Kahn dann hinterher. Dadurch hatten wir freie Fahrt durch jede Brücke und Schleuse. Wir erreichten am Abend um 19:20 Uhr die Stadt Groningen und übernachteten hier mit unserer ‚Jacob‘ direkt im Zentrum.

Das war’s: Ende der Hausbootsaison 2016

Mit dem Kranen des letzten Hausbootes haben wir an diesem Wochenende die Hausbootsaison beendet und gehen jetzt in die Winterpause. Jede Menge Arbeit wartet auf uns, denn die Yachten werden wie immer technisch gründlich durchgecheckt und überholt.

Danke an alle Chartergäste und Freunde, die uns auch in diesem Jahr wieder ihr Vertrauen schenkten und mit uns ihre Urlaubstage verbrachten.

Herzliche Grüße vom Team Schoners Wehr aus Brandenburg an der Havel

2016-11-27-kranen-letztes-hausboot

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